Tag 15    Zu verlassenen Bahnhöfen & durch Schluchten radeln.

Bahntrassen-Radweg Via Verde Val de Zafan von Bot bis Xerta (Südliches Katalonien).

 

 

Mit vollen Akkus und einem Rucksack mit Sandwiches, Obst, Kaffee und Wasser steigen wir auf die Räder und fahren den Berg hoch zum Hinterausgang des Campingplatzes und gelangen dort direkt auf die zum Radweg umfunktionierte Bahntrasse.

 

Alles startklar machen für den Bahntrassenradweg und Hannes döst erstmal noch in der Morgensonne
Alles startklar machen für den Bahntrassenradweg und Hannes döst erstmal noch in der Morgensonne

 

Bahnschienen sind natürlich keine mehr da, sondern ein befestigter Kiesweg. Wir biegen rechts ab und es geht über Dämme, durch Tunnel und an verlassenen und teilweise verfallenen Bahnhofsgebäuden entlang.

 

Via Verde Val de Zafan - Radweg auf einer ehemaligen Bahnstrecke
Via Verde Val de Zafan - Radweg auf einer ehemaligen Bahnstrecke

 

Der Val de Zafan ist ein achtzig Kilometer langes Teilstück einer hundertdreißig Kilometer langen Radstrecke. Er führt bis ins Ebrodelta und zum Meer hinunter, meist nah am Fluss Ebro entlang.

 

Wir schauen mal, wie weit wir kommen. Der Hinweg geht schonmal easy, immer nur bergab.

 

Wir fahren über hohe Bahndämme durch die bergige Gegend und können weit hinunter auf Bäche oder in Schluchten und später in die Ferne und auf den Fluss Ebro schauen.

 

Wir durchfahren auch immer wieder stockdunkle Tunnel. Und das ist so spannend! Nach jedem Tunnel sieht die Umgebung wieder anders aus.

 


Straßen oder Autos sehen wir fast gar nicht und verfahren können wir uns auch nicht. Es geht immer nur geradeaus und macht superviel Spaß.

 

Die Lokführer damals hätten es sicher nicht für möglich gehalten, dass auf ihrer Bahnstrecke irgendwann Radler unterwegs sein würden.

 

Ganz entspannt immer nur geradeaus  - und rechts und links genießen nicht vergessen
Ganz entspannt immer nur geradeaus - und rechts und links genießen nicht vergessen

 

Wir halten oft an und klettern auch mal vom Bahndamm hinunter zu einem Bach mit Felsen darin.

 

Und beim Hochklettern ist es ganz schön abenteuerlich, weil ich eine Abkürzung nehme, die aber eigentlich zu steil für mich ist. Ich habe großes Glück, dass ich nicht abrutsche. Ich nehme mir vor, nicht wieder so leichtsinnig ohne ausreichenden Halt so weit hochzuklettern.

 

Auch bei einigen der verfallenen Bahnhofsgebäude stoppen wir und sehen uns um. Gras bedeckt die Fußböden und Bäume wachsen aus Fenstern und Dach.  

 

Ich stelle mir vor, wie hier früher Menschen mit Lederkoffern und großen Hüten auf ihren Zug gewartet haben.

 

Schon merkwürdig, dass die für die Reisenden damals so wichtigen Bahnhofsgebäude nun keine Bedeutung mehr haben und zuwuchern. Irgendwie ist es geisterhaft darin. 

 

Wieder ein Tunnel - Licht einschalten und durch den Berg zur anderen Seite radeln
Wieder ein Tunnel - Licht einschalten und durch den Berg zur anderen Seite radeln

Einige Bahnhöfe sind zu Radler-Gaststätten umfunktioniert, haben aber jetzt im Oktober schon geschlossen.

 

Wir treffen auch kaum andere Radler. Nur eine spanische Familie mit zwei jüngeren Kindern und ein belgisches Ehepaar von unserem Campingplatz ist heute mit uns auf dem Radweg unterwegs.

 

Früher Bahnhofsgebäude - heute Radler-Café mit Flair
Früher Bahnhofsgebäude - heute Radler-Café mit Flair

 

Wir rasten auf einer der schönen Bänke mit Ausblick und essen unsere Sandwiches, trinken Kaffee und genießen die schöne Stimmung.

 

Einer von mehreren Picknickplätzen an der Radstrecke - schön angelegt und mit Weitblick
Einer von mehreren Picknickplätzen an der Radstrecke - schön angelegt und mit Weitblick

 

Hier wachsen Granatäpfel, Orangen und Zitronen am Wegesrand.

 

Wir versuchen auch mal, unerreichbar hohe Granatäpfel von einem Baum durch Werfen von Gegenständen ab zu bekommen, aber es klappt nicht. Es ist aber sehr lustig, wie früher als wir Kinder waren.

 

Wir fahren bis Xerta und drehen dann um. 

 

Wenn man den grünen Radweg Val de Zafán ganz bis zum Ende radeln würde, käme man an unserem letzten Stellplatz an der Brücke in Deltebre heraus.

 

Als wir da mit dem Wohnmobil standen, kamen abends auch viele Radfahrer vorbei. 

 

In Xerta treffen wir wieder auf die Belgier. Sie picknicken gerade auf einem alten Bahnsteig. Sie erzählen, dass sie zwei Handtücher und eine Fleecejacke von ihrem Gepäckträger verloren haben. 

 

Tatti und ich machen natürlich gleich eine Challenge daraus, die Dinge auf unserem Rückweg wiederzufinden und sammeln schließlich ein Handtuch und die Jacke ein. Das macht richtig Spaß. 

 

Abwechslungsreiche Landschaftsabschnitte auf der Radstrecke
Abwechslungsreiche Landschaftsabschnitte auf der Radstrecke

 

Der Rückweg geht zwar konstant bergauf, aber mit den Ebikes geht es natürlich trotzdem superleicht.

  

Aus dieser Richtung kommend sehen wir wieder andere Sachen und alles sieht jetzt noch schöner aus, weil die Sonne inzwischen scheint.

 

Tief stehende Sonne auf unserem Rückweg - und jetzt geht es nur bergauf
Tief stehende Sonne auf unserem Rückweg - und jetzt geht es nur bergauf

Zurück auf dem Campingplatz legen wir die Fundstücke auf den Stuhl beim belgischen Wohnmobil. Am Ende erfahren wir, dass die zwei sich wegen einer Fahradpanne samt ihrer Fahrräder zurückbringen lassen mussten.

 

War wohl nicht gerade deren Glückstag heute. Bis auf ein Handtuch hatten sie ihre Sachen aber wenigstens zurück.  

 

Wir sind heute zwar nur fünfzig Kilometer gefahren, haben aber so viele Stopps gemacht, dass wir lange unterwegs waren und schon wieder großen Hunger haben.

 

Abends koche ich One Pott Asiatische Pasta mit Paprika und Tomaten und Blick auf die Berge beim Kochen. Noch so eine tolle Sache im Wohnmobil, dass wir immer wieder mit schöner Aussicht kochen können.

 

Beseelt von dieser wundervollen Radstrecke lassen wir den Tag auf dem schönen Campingplatz im Grünen ausklingen. 

 

Bahntrassenradweg hinunter zum Ebrodelta:

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.