Tag 8    Mauer-Spaziergang, Traumeis & Festungsblick.

Dubrovnik (Süd-Dalmatien).

 

 

Den Vormittag lassen wir ruhig angehen, weil die Sonne laut Wettervorhersage am Nachmittag durchkommen soll. Ich liege lesend auf dem Bett und schaue ab und zu durch die Heckfenster auf das Meer und hoch zum Himmel.

 

Wachwerden mit Meerblick
Wachwerden mit Meerblick

  

Am frühen Nachmittag gehen wir den Berg rauf zum kleinen Rezeptionsgebäude und lassen uns ein Taxi rufen. Im Bus dürfte Hannes höchstwahrscheinlich je nach Laune des Busfahrers nicht mitfahren und unsere Campingplatznachbarin hat auch erzählt, dass die Bushaltestelle in Dubrovnik sehr weit oberhalb der Altstadt liegt. 

 

Also bringt ein Mann namens Ivan uns in seinem Auto für 25 Euro nach Dubrovnik. 

 

Brücke kurz vor Dubrovnik
Brücke kurz vor Dubrovnik

 

 

Ivan ist sehr nett, fragt, was wir machen wollen und legt uns die Stadtmauer ans Herz. Unbedingt einmal darauf um die Altstadt gehen sollen wir, auch wenn es teuer ist.

 

Er erzählt auch, dass die Stadt nicht mehr so überfüllt ist, seitdem nur noch zwei bis drei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen dürfen.

 

Wir haben Glück und sehen 3 km vor der Altstadt, dass heute nur ein einziges Kreuzfahrtschiff angelegt hat. 

 

Kreuzfahrtschiff in der Bucht kurz vor Dubrovniks Innenstadt
Kreuzfahrtschiff in der Bucht kurz vor Dubrovniks Innenstadt

Als Ivan zur Altstadt hinunter abbiegt, wird der Verkehr dichter. Wir stehen im Stau hinunter zur Stadtmauer und um die Stadtmauer herum. Die Straßen und Bürgersteige sind voller Autos und Menschen und Motorroller schlängeln sich durch die stehenden Autos hindurch.

 

Ivan lässt uns in der Auffahrt zur Parkgarage des Hiltonhotels raus und verspricht, uns genau hier auch wieder abzuholen, wenn wir ihn bis spätestens 22 Uhr anrufen.

 

Wir befinden uns wenige Schritte vom großen westlichen Eingang, dem Pile-Tor, entfernt und müssen nur noch die belebte Straße hinuntergehen.

 

Roadtrip Kroatien und Mostar
Ankunftsplatz der Busse und Taxen vorm Stadttor

 

Vor dem Tor ist ein Gewusel aus Taxen, Bussen, und Menschen. Ich schaue zum Himmel, sehe keine einzige Regenwolke mehr und freue mich, dass unsere Wetter-Rechnung aufgeht.

 

Dann schreiten wir feierlich über einen Burggraben und durch zwei Tore und tauchen ein in die Altstadt Dubrovniks. 

 

Schöne Stadt - großer Andrang wie vorm Pile-Tor gehört in Dubrovnik dazu
Schöne Stadt - großer Andrang wie vorm Pile-Tor gehört in Dubrovnik dazu

 

 

Wir kaufen 1-Tag-City-Tickets und steigen gegenüber vom Ticketshop über eine schmale, steile und lange Steintreppe hoch hinauf auf die begehbaren Stadtmauern.

 

Einmal ganz herum um die Altstadt sollen wir ja gehen. Also los! 1.940 Meter lang soll der Weg sein. Da sind wir ja relativ schnell einmal rum, denke ich zu Beginn noch.

 

Steile und lange Treppe hoch zur begehbaren Stadtmauer
Steile und lange Treppe hoch zur begehbaren Stadtmauer
Ein Muss in Dubrovnik - Sich Tickets für die Stadtmauer gönnen und einmal um die Altstadt gehen
Ein Muss in Dubrovnik - Sich Tickets für die Stadtmauer gönnen und einmal um die Altstadt gehen

 

Alle sollen gegen den Uhrzeigersinn gehen, also müssen wir oben links herum gehen.

 

Wir sind über den Dächern und können in die Fenster und Innenhöfe, in die Gassen der Altstadt und auf der anderen Seite weit in die Umgebung oder auch hinaus auf das Meer blicken.

 

Das ist wunderschön und überwältigend! 

 

Roadtrip Kroatien und Mostar
Eine Bucht, die an den Film Mamma Mia erinnert und mich ins Schwärmen bringt

 

Wir bleiben immer wieder stehen und machen Fotos.

 

Überall gibt es etwas zu entdecken, mal eine schöne Bucht und gegenüber hoch oben auf den Felsen die Festung Lovrenjac, dann die weiß schäumenden Wellen, die sich in den schroffen Felsen brechen.

 

Dann wieder der Blick über die Stadt mit dem Gebirge im Hintergrund. 

 

Links die Burg, von der man den besten Blick auf die Altstadt hat (einfach weiterlesen)
Links die Burg, von der man den besten Blick auf die Altstadt hat (einfach weiterlesen)

 

Unter uns an der Felswand hat sich eine Bar einige Felsvorsprünge zunutze gemacht und darauf kleine Bistrotische und Stühle platziert. Fröhliche Musik der Bar vermischt sich mit dem Rauschen der Wellen.

 

Die Leute hier genießen ihre tolle Stadt. Einige der Menschen unter uns an den Tischen sehen aus wie einheimische Studenten.

Es wirkt surreal, dass man in dieser zauberhaften Stadt auch einfach so Alltag leben und studieren kann.

 

Ich nehme jede Sekunde und jeden Anblick unseres Dubrovnik-Tages so aufmerksam wie es nur geht in mir auf. 

 

Wer glaubt, der Weg auf einer Stadtmauer hätte keine Steigungen, der irrt sich
Wer glaubt, der Weg auf einer Stadtmauer hätte keine Steigungen, der irrt sich
Lauter tolle Fotomotive von der Stadtmauer aus
Lauter tolle Fotomotive von der Stadtmauer aus
Steil abfallende Küste unterhalb der Stadtmauer
Steil abfallende Küste unterhalb der Stadtmauer

 

An der Ostseite befindet sich außerhalb der Stadtmauern ein ausgesprochen hübscher Hafen mit jahrhundertealten Kaimauern.

 

Dort verweilen wir länger und schauen den Booten und den Menschen auf den Terrassen zu.

 

Blick von der Stadtmauer in den alten Hafen von Dubrovnik
Blick von der Stadtmauer in den alten Hafen von Dubrovnik

 

Dann gehen wir weiter und spüren deutlich in unseren Beinen, dass die Mauer am Hang gebaut wurde, denn wir müssen nun auch noch ordentlich bergauf gehen.

 

Am höchsten Punkt angekommen, steige ich auf einen der Wachtürme und habe einen traumhaften Blick auf die gesamte Szenerie dieser wundervollen alten Stadt mit all ihren Dächern und Türmen, umrahmt von der Stadtmauer und umgeben vom Blau der Adria.

 

Hafen, Festung und Insel Otok Lokrum vor Dubrovniks Küste
Hafen, Festung und Insel Otok Lokrum vor Dubrovniks Küste

 

Ich lasse mich gerne und sehr lange gefangen gehalten in diesem besonderen Moment.

 

Die zwei warten ja dieses Mal nicht im Regen, also ist alles gut. 

 

Dubrovnik - vom höchsten Punkt der Stadtmauer aus
Dubrovnik - vom höchsten Punkt der Stadtmauer aus

 

Nach zwei Stunden sind wir einmal rum und steigen gegen vier wieder runter.

 

Nun brauchen wir erstmal eine Erfrischung!

 

Dafür suchen wir die Straße Ud Puča auf. Dort soll es bei Peppino das beste Eis Dubrovniks geben.

 

Wir lieben es, die besten Eisdielen aufzuspüren, ganz egal, wo auf der Welt. 

 

Bei Peppino sind schon allein die Namen der Kreationen an der Wand, nicht zu toppen.

 

Ich kann mich kaum entscheiden. 

 

Wir sitzen auf der Trittstufe im gegenüberliegenden Hauseingang, schlecken unser Eis und schmelzen vor Wonne über den extrem leckeren Geschmack dahin. 

 

Susi lässt sich von Wolfgang Amadeus Mozart, einem Mandeleis, das mit dunkler Schokoladenpaste und nussigen Pistazienbröckchen durchwirbelt ist, sogar gleich noch ein zweites Mal verführen und wird noch Monate später davon schwärmen.

 


Anschließend lassen wir uns ziellos durch die Straßen treiben und bestaunen die alten Gebäude und urigen Gassen.

 

Wir sind so voller Eindrücke, dass wir in keines der Gebäude mehr hineingehen.

 

Vom Pile-Tor im Westen verläuft eine breite Fußgängerstraße, die Stradun, zum östlichen Ploče-Tor, durch das wir zum alten Hafen gelangen. 

 

Roadtrip Kroatien und Mostar
Stradun - Hauptachse vom Pile-Tor zum Ploče-Tor mit markant glänzendem Boden

 

In der relativ kleinen Altstadt sind die Restauranttische, Plätze und Gassen eingerahmt von historischen Gebäuden wie dem Rektorenpalast mit einem offenen Säulengang oder der hübschen Kirche des heiligen Blasius.

 

Rektorenpalast - historischer Prachtbau und bis 1808 Regierungssitz
Rektorenpalast - historischer Prachtbau und bis 1808 Regierungssitz
Kathedrale von Dubrovnik
Kathedrale von Dubrovnik

 

Wir kommen auch an der filmreifen Jesuitentreppe, die  hinauf zur ebenso eindrucksvollen Jesuitenkirche führt, vorbei. 

 

Die Treppe ist mal wieder ein Game-of-Thrones-Drehort. Ich muss mir die Serie echt bald mal angucken. In Girona im letzten Herbst war auch schon so ein Treppendrehort.

 

An jeder Ecke stoßen wir auf eines von vielen gut erhaltenen besonderen Bauwerken hier in Dubrovnik. 

 

Jesuitentreppe - inspiriert von der spanischen Treppe in Rom, berühmt vor allem durch "Game of Thrones"
Jesuitentreppe - inspiriert von der spanischen Treppe in Rom, berühmt vor allem durch "Game of Thrones"
Roadtrip Kroatien und Mostar
Gundulićplatz - einer der lebendigsten Orte der Altstadt mit Dichterstatue und historischer Umgebung

 

Zum Abschluss unseres schönen Tages gehen wir eine schmale Treppe, die von der Stradun abgeht, hinauf in Gassen mit Bars und Restaurants.

 

Roadtrip Kroatien und Mostar
Die Stradun - geradeaus gehts durchs Ploče-Tor zum alten Hafen, links über schmale Treppen den Hang hoch zu den Restaurants

Wir gehen zum Nishta, einem veganen Restaurant.

 

Es wird gerade ein kleiner Tisch frei und wir genießen ein herrliches Abendessen.

 


Meine Neugier drängt mich, Kombucha zum Trinken zu bestellen, was sich als eklig gärig-süß-saure  Flüssigkeit entpuppt.

 

Ich nehme mir jetzt aber echt mal vor, nicht immer alles, was ich nicht kenne, ausprobieren zu wollen. 

 

Nishta - modernes, internationales Veggie-Restaurant mit kreativem Ansatz
Nishta - modernes, internationales Veggie-Restaurant mit kreativem Ansatz

Das Essen ist dafür sehr lecker und so schön leichte Kost. 

 

Ausgeruht und gestärkt ist nun das letzte Highlight, die vor dem Pile-Tor liegende Festung Lovrenjak, an der Reihe. 

 

Hier gehts zum westlichen Hafen mit Mamma Mia Flair und Zugang zur Festung Lovrijenac
Hier gehts zum westlichen Hafen mit Mamma Mia Flair und Zugang zur Festung Lovrijenac

 

Auf dem Weg zur Burg werfen wir noch einen schnellen Blick durch die Tür des Love Stories Museums. Dort geht es um echte Liebesgeschichten und einen dazu passenden Gegenstand wie ein Brief, Fotos oder kleine Erinnerungsstücke. Es ist so ähnlich wie das Museum für zerbrochene Beziehungen in Zagreb, aber hier geht es nicht um Trennungen, sondern um die ganze Bandbreite der Liebe.

 

Wir haben aber gerade keinen Platz mehr im Kopf für das große Thema Liebe, ich mache schnell ein Foto und wir gehen weiter.

Love Stories Museum - echte Liebesgeschichten und jeweils ein Gegenstand, der dazu gehört

Ein paar Schritte vor dem Pile-Tor stehen wir in der Bucht, die zwischen der Festung und der Altstadt liegt.

 

Hier stehen ein paar Tische und Stühle bei einer einfachen Bar. Auf das Wasser hinaus führt ein gerader steinerner Steg. 

 

Lockere Atmosphäre in der kleinen Bucht vor der Stadtmauer (West-Hafen)
Lockere Atmosphäre in der kleinen Bucht vor der Stadtmauer (West-Hafen)

 

Dann schaue ich hoch zur Festung und will kapitulieren. Meine Beine sind müde und die anderen beiden haben auch keine Lust mehr, dort hoch zu gehen.

 

Susi nimmt mir aber meinen Rucksack ab und sagt

Komm schon. Du willst es doch.

 

Lovrinejak-Festung - von da hat man einen der besten Blicke auf Dubrovnik
Lovrinejak-Festung - von da hat man einen der besten Blicke auf Dubrovnik

 

Sie hat recht und ich beiße die Zähne zusammen und gebe nochmal Gas.

 

Hechelnd komme ich oben an und durchstreifte die Festung, die vor allem aus Außenebenen, von wo aus man einen bombastischen Blick auf die Stadtmauer und die Altstadt Dubrovnik hat, besteht. 

 

Treppe hoch zur Festung
Treppe hoch zur Festung

 

Ich gehe auf jede Ebene und beuge mich in alle Richtungen über die Brüstungen. Von hier aus kann ich die Altstadt mit der Stadtmauer wirklich wunderbar sehen und in der Abendsonne Fotos machen.

 

Wie gut, dass ich doch noch hochgekommen bin! 

 

Roadtrip Kroatien und Mostar
Dubrovnik von der Lovrinejak-Festung aus
Dubrovniks Häuser am Hang und die Bucht, in der Susi und Tatti auf mich warten
Dubrovniks Häuser am Hang und die Bucht, in der Susi und Tatti auf mich warten

Beschwingt und superzufrieden beobachte ich Tatti und Susi weit unter mir. Sie sitzen mit dem Rücken an der Wand auf dem Boden, schauen aufs Meer und beobachten eine junge Frau im Yoga-Sitz, die offensichtlich meditiert. Die zwei stecken die Köpfe zusammen wie zwei Teenager und kichern. 

 

Eine uralte Stadt, eine Bucht, Abendsonne, blaues Meer und eine kichernde Tatti und eine kiechernde Susi - ganz genau so fühlt sich ein glücklicher Sommer an! Beim Herabsteigen muss ich ein paar Glückstränchen wegschlucken. Ich kenne auch andere Zeiten mit schwerer Krankheit. Und dass das hier geht, ist nicht selbstverständlich. 

 

Yoga in der Abendsonne und meine zwei Ladies im Schatten
Yoga in der Abendsonne und meine zwei Ladies im Schatten

 

Mit einem Schnapsglas vom Hard Rock Café Dubrovnik im Rucksack steigen wir schließlich in Ivans Auto und fahren der untergehenden Sonne entgegen zurück zum Campingplatz und lassen im Auto die Eindrücke nochmal Revue passieren während wir hinaus auf das Wasser schauen. 

 

Dubrovnik - was für eine Stadt! Und für uns schon die dritte Stadt in Folge, die ich richtig richtig richtig schön finde! 

 

In Ivans Auto der Abendsonne entgegen zurück zum Campingplatz
In Ivans Auto der Abendsonne entgegen zurück zum Campingplatz

Von hier aus hatte ich heute den besten Blick auf Dubrovnik: 

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