Sella- & Pordoi-Pass, Terrazza delle Dolomiti, Fedaia-Pass, Lago die Alleghe & Proseccostraße (Trentino-Südtirol und Venetien).
Um sechs geht der Wecker. Der Himmel ist wieder blau und die aufgehende Sonne strahlt den Langkofel an.
Der Parkautomat knöpft uns dreiunddreißig Euro ab. Susi darf sich für unter dreißig Euro freikaufen. Bei der Einfahrt gestern scheint eine Höhenerkennung unsere jeweiligen Fahrzeughöhen auf der Parkkarte hinterlegt zu haben. Der Preis ist jetzt ok so. Es war schließlich schön hier.
Und andere bezahlen vierzig Euro für' s Kino und am Ende ist der Film kacke. Und unser Film war schließlich ziemlich gut. Und wir mittendrin.
Und nun geht es auch schon gleich auf Pass Nummer eins, den Sellapass. Jippieh!
Auf dem sind wir genau genommen bereits seit gestern. Er begann nämlich schon in Wolkenstein, ist zwölf Kilometer lang, geht bis auf 2.240 Meter hoch und endet im Fassatal in Canazei.
Schon nach zehn Minuten sind wir auf der Passhöhe, dem Sellajoch, und steigen aus.
Es ist sehr still.
Hier oben parken ein paar Autos und Wohnmobile. Nichts rührt sich. Die Leute schlafen noch.
Ich hätte mir hier auf der Passhöhe bei dem Gewitter gestern Abend in die Hosen gemacht vor Angst!
Das Panorama heute Morgen ist mal wieder bombastisch! Berge sind einfach immer überwältigend! Und die Dolomiten sowieso!
Wir können von der Passhöhe aus weit über sanfte grüne Hügel hinweg bis zu den in der Ferne liegenden Bergen schauen.
Die Hügel sehen so magisch aus wie in einem Fantasy-Blockbuster.
Dann fahren wir weiter und passieren oben auf dem Pass die Grenze ins Trentino.
Nun sind wir raus aus Südtirol. Im Trentino wird nicht mehr vorrangig Deutsch, sondern Italienisch gesprochen.
Der Sellapass ist gut ausgebaut und angenehm zu fahren und die Panoramen bleiben erstklassig!
Am Wegrand entdecken wir immer wieder Wohnmobile, die offensichtlich zum Übernachten dort geparkt wurden.
Das wird in den nächsten Jahren leider immer mehr verboten werden.
In scharfen Kurven geht es dann wieder hinunter.
Kaum unten angekommen, geht es auch schon auf den zweiten Pass, den Passo Pordoi (Pordoijoch). Auch er führt uns mitten durch die Dolomitenhochburgen und uns bleibt vor lauter landschaftlicher Schönheit schon wieder die Luft weg.
Der Pass ist gut zu befahren. Ab und zu sehe ich Susis weißen Bulli unter uns und dahinter grüne Tannen im Sonnenschein.
Mir fällt der Heidisong ein. Dunk ... le ... Tan ... nen ... grüne Wiesen im Sonnenschein ... Heidi ... Heidi ... brauchst du zum Glücklichsein. Geht mir auch so, Heidi, aber nicht zu viele Tannen bitte.
Oben auf der Passhöhe angekommen, durchfahren wir den kleinen Ort und parken auf einem großen Besucherparkplatz am Ortsausgang.
Dieses Mal bleiben wir länger, denn von hier startet die Seilbahn auf den Sass Pordoi. Dort oben ist eine Terrasse quasi auf den Dolomiten (Terrazza delle Dolomiti). Und genau da will ich hin! Die Terrasse der Dolomiten ist einer meiner Favoriten dieses Roadtrips!
Wir sind jetzt auf 2.239 m Höhe und die Seilbahn fährt hoch zur Höhe von 2.950 m!
Am Rand des Parkplatzes stehen ordentlich aufgereihte Wohnmobile, die hier die Nacht verbracht haben. Alles ist noch ruhig. Entweder die Leute schlafen noch oder trinken Kaffe und beobachten uns.
Der Platz hat zwar ganz schönes Gefälle, ist aber auch wieder wunderschön gelegen! Was für ein Hintergrund schon wieder! Am Ortseingang ist ein ähnlicher Platz, der aber gerade ist. Die Preise zum Übernachten sind allerdings gepfeffert.
Der Liftbetrieb startet um neun. ... Hm. ... Es ist erst viertel vor acht.
Wir essen gemütlich was, trinken Kaffee, schauen uns um und fühlen uns mal wieder ziemlich gut inmitten dieser Bilderbuchwelt.
Vom Parkplatz aus können wir die Bergstation des Liftes, der zur Terrazza delle Dolomiti führt, sehen.
Wir stehen nebeneinander bei den Fahrzeugen, schauen an der steilen Bergwand hoch und kneifen die Augen zusammen um etwas zu erkennen.
Für einen kurzen Moment erkennen wir die Kabel der Seilbahn, die nach oben führen und oben sehen wir ein kleines Gebäude. Dann verschwindet alles in einer Wolke.
Neinneinnein! protestiere ich während wir drei gebannt hochsehen.
Bloß kein Nebel jetzt, denke ich. Ich MUSS da hoch! Und ich MUSS was sehen können!!! Ich MUSS!!!
Dann warten wir eben. So einfach ist das.
So denke zumindest ich.
Tatti und Susi scheinen das anders zu sehen.
Sie sagen auf einmal Sachen wie Das bringt doch nichts und Das können wir uns sparen.
Oh Gott, sie meinen es ernst! Sie wollen weiterfahren! Ich dreh gleich durch! Ich weiß noch, wie sehr ich aus dem Häuschen war, als ich vor ein paar Monaten diese Terrasse - eine Terrasse ganz oben auf den Dolomiten (!) - ausfindig gemacht habe!
Und wir haben doch gerade mit bloßem Auge gesehen, wie spektakulär sie da oben auf dem Berg liegt!
Da kapituliere ich doch nicht vor so einer Pupswolke! Echt nicht!
Ich antworte den Beiden nicht. Einfach nicht reagieren.
Einatmen. Ausatmen. Nichts sagen. Mich beruhigen.
Ich wende mich erstmal ab und schaue auf die Berge hinter uns.
Ich sitze das aus.
Die können ja nicht ohne mich fahren.
Hinter uns sehe ich einen Wanderweg an einer Kapelle entlang. Da sind schon Wanderer unterwegs. So früh! Wow!
Tatti und Susi sagen zum Glück nicht nochmal, dass sie los wollen.
Um halb neun will ich mich auf den Weg zum Lift machen.
Kommt Jemand mit? frage ich in die Runde.
Beide wollen mit, aber nur bis zum Lift, sagen sie. Nicht nach oben. Auch gut. Ist mir egal. Ich bin es inzwischen gewohnt, Orte alleine zu besuchen. Ist zwar schade, aber was soll ich machen?
Wir kommen an Souvenirläden, Hotels und Restaurants entlang. Auch hier ist das Schild der Passhöhe übersät mit Stickern.
Ich habe längst gesehen, dass da oben ganz viel Bewegung in den Wolken ist und immer mal wieder klare Sicht ist. Wenn ich also nur eine Minute lang klare Sicht habe, dann ist es die Fahrt nach oben wert!!
Das Ticket für die Berg- und Talfahrt kostet 31 Euro. Tatti und Susi bleiben dabei, dass es unnütz (ja, richtig gelesen: Unnütz) sei hochzufahren.
Ich verstehe das nicht und kaufe meine eine Liftkarte.
Aufgeregt und mit Herzklopfen steige ich zehn Minuten später in die Gondel.
Die Gondel zieht uns fast steil nach oben.
Und auch nicht gerade langsam, aber sehr leise.
Ich sehe den Parkplatz im Affenzahn immer kleiner werden und kann immer weiter gucken. Wir nähern uns dem Himmel.
Ich kann fliehiegen!
Alle Leute in meiner Gondel sind übrigens mindestens zu zweit unterwegs. Nur ich nicht. Menno!Ich bin kurz ganz schön traurig, lenke mich aber schnell selber ab.
Ich will halt immer sehr sehr viel. Das ist für meine Begleiterinnen manchmal zu viel, glaube ich.
Nach vier Minuten bin ich oben! Aufregend!!
Die Bergstation ist auf die Kante der steilen Südwand gebaut.
Ich trete zuerst hinaus auf eine große Holzterrasse mit Ballustrade. Ein Stück weiter sehen ich Personen oben auf dem gigantischen Steilhang stehen. Klitzeklein sehen sie da aus.
Es ist angenehm frisch hier oben und die Holzplanken sind mit Eis bedeckt und rutschig. Und es liegt ein wenig Schnee!
Wie wahnsinnig aufregend ich alles finde! Total unwirklich! Mein Herz macht immer wieder Glückssprünge.
Ich trete an den Rand und - was soll ich sagen? - kann absolut alles sehen! Alles! Die Sicht ist klar!
Da liegen sie, die Dolomiten! Man soll bis zu den Zillertaler Alpen schauen können. Ich weiß aber nicht, wo die Zillertaler Alpen liegen. Ist auch egal. Es ist der pure Wahninn, der Blick auf die Bergwelt von hier oben!
Ich atme durch und lasse alles auf mich wirken.
Ganz in Ruhe.
Zu meinen Füßen befinden sich das Fassatal und Tatti und Susi und unsere Fahrzeuge.
Markant im Westen sind Langkofel und Plattkofel zu sehen.
Und links sehe ich die Marmolata. In Italien heißt sie Marmolada. Es ist der mit 3.343 Metern höchste Berg der Dolomiten! Man nennt ihn auch die Königin. WOW!
Ich fühle mich ebenfalls gerade sehr königlich! Hier ganz oben über allem!
So nah am Himmel!
Und wie weit ich gucken kann!
Kleine Schäfchenwolken schweben über den Gipfeln in der Ferne und verfangen sich ab und zu darin.
Meine Welt ist voller Magie!
Am Fuße der Marmolada-Königin sehe ich das Tal mit dem Parkplatz, auf dem wir geparkt haben.
Hinter mir ist eine riesiges Felsplateau mit unendlicher Weite, das in breiten Stufen nach hinten leicht abfällt.
Es sieht aus wie eine Mondlandschaft!
Ich entdecke ein Gipfelkreuz in der Ferne und gehe ein paar Schritte darauf zu. Es ist so besonders hier oben!
Dass man auf dem Dach der Dolomiten stehen kann!! Und herumgehen und in die Ferne schauen! Unglaublich!
Ich bin mal eben über der Welt, Bro!
Ich muss lächeln.
Und dann überrollen mich meine Emotionen. Ein überwältigendes Glücksgefühl steigt mit Wucht und ganz von selbst in mir auf und meine Augen füllen sich mit Tränen...
Ich bin so glücklich wie selten!
Hach, kann das Leben schön sein!
Ich schlucke die Tränen immer wieder weg und gehe bedächtig weiter, bücke mich, nehme Schnee vom Boden hoch, spüre die Kälte an den Fingern und gehe weiter zum Gipfelkreuz.
Ich muss gestehen, dass das Erreichen des Gipfelkreuzes kein Hexenwerk ist.
Nix mit Kraxeln oder so. Man geht da einfach über ein paar Felsstufen hin.
Schwierig ist nur das Foto. Ich mache ein Selfie mit Kreuz.
Hm, sieht scheiße aus. Das Kreuz ist gar nicht richtig drauf. Und superuncool, wie ich mich da am Gerüst festkralle!
Also nochmal aus einiger Entfernung.
Dieses Mal mit Sonnenbrille. Wenigstens cool wirken! ... Ach, verflixt, man sieht die Umgebung jetzt ja gar nicht mehr!
Hm.
Und nun?
Ich brauche Unterstützung!
Die wenigen Leute, die hier oben sind, sind weit weg. Ich warte und gehe nach einer Weile zu einem jungen Mann, der nicht ganz so weit weg ist und so aussieht, als würde er nicht mit meinem Handy abhauen. Wo sollte er auch hin hier oben? Ich frage ihn, ob er mit zum Kreuz kommt und ein Foto von mir macht. Macht er.
Wir Bergsteiger müssen schließlich zusammenhalten. Haha. Und er knipst mein perfektes Terrazza delle Dolomiti- Erinnerungsfoto! Danke Fremder!
Wir wechseln noch ein paar Sätze. Er ist Engländer und ist das erste Mal in den Dolomiten. Und ja, er findet die Dolomiten-Terrasse auch beautiful. Wir wünschen uns noch all the best und trennen uns wieder.
Jetzt gehe ich noch ganz weit in die andere Richtung. Das Gebiet ist riesig und hier starten verschiedene alpine Routen.
Es ist still. ... Weit. ... Hell. ... Kein Baum. ... Kein Strauch. ... Keine Hütte. ... Einfach nur nichts.
Nur der Himmel.
Es macht so sehr Spaß hier oben herumzugehen!
Wenn der Kopf hier nicht frei wird, dann weiß ich es auch nicht mehr.
Und er wird frei.
Und zwar so frei, dass ich ohne nachzudenken immer weiter gehe und ein Steinmännchen baue und Fotos mache und Wanderer beobachte und in die Ferne schaue und die Zeit vergesse.
Und die Wolken vergesse.
Und die Wolken sind dann nämlich plötzlich wieder da. Und zwar überall.
Ich befinde mich von jetzt auf gleich in dichtem Nebel ... huch... Mist! Und nun?
Ich bin mitten auf dem Geröllfeld und weiß nicht, wo der Weg ist!
Ich kann nur noch das kleine Stückchen Grund bei meinen Füßen sehen!
Und das ist ein Problem.
Dichter Nebel um mich herum. Ich muss den Weg wiederfinden! Es ist, als würde ich mit verbundenen Augen auf dem IKEA-Parkplatz herumlaufen und mein Auto suchen. Nur dass hier ein Abgrund am Rand des Plateaus ist! Aber der ist ja weiter weg von hier. Oder? Wo war der nochmal?
Jetzt muss ich schon wieder fast weinen. Was ist denn nur los mit mir?
Ich gehe in kleinen vorsichtigen Schritten in die Richtung, in der ich die Liftstation vermute.
Zum Glück stoße ich recht schnell auf einen Weg.
Und nach einer Weile verschwindet die Wolke genauso schnell wieder wie sie gekommen ist. Da sehe ich die Bergstation auch schon wieder vor mir. Gott-sei-Dank! Ich bin erleichtert.
Als ich zurück bei der Bergstation bin, gehe ich nochmal zur Steilwand, stelle mich an den Rand des Abgrunds hinter einen Zaun und schaue eine Weile rüber zur Marmolada. Vor zwei Jahren hat sich dort ein riesiger Eisblock gelöst und Eis- und Gesteinsmassen haben elf Menschen mit in den Tod gerissen.
Da höre ich plötzlich einen Deutschen zu seiner Frau sagen Hör mal, wie tief das ist. Und dann wirft er doch tatsächlich einen Stein über die Kante!
Spinnen sie? fahre ich ihn an. Ich habe zwar wenig Ahnung von Bergen, aber dass man keine Steine von Bergen wirft und schon gar nicht einen 800 Meter tiefen Steilhang hinunter, und erst recht nicht in einem Wander- und Klettergebiet, ist jawohl klar! Ich fasse es nicht!
Wollen wir mal hoffen, dass da unten keiner steht! ergänze ich und gucke erst ihn mit meinem fiesesten Blick an, dann seine Frau. Ist doch wahr! So etwas ärgert mich einfach!
Er antwortet nicht. Guckt mich nur an. Idiot! Hoffentlich bekommt er nachher auch noch von seiner Frau Ärger.
Ich gehe weiter zur Plattform beim Lift und beobachte noch eine Zeitlang die Leute auf der Terrasse der Bergstation.
Da ist ein alter Mann mit einer alten Frau im Rollstuhl. Er kümmert sich liebevoll um sie und gemeinsam genießen sie den Ausblick.
Ne ne ne ne ne, nicht schon wieder heulen jetzt!
Ein Stück weiter lassen sich Wanderer mit ihren Rucksäcken auf die Bänke fallen. Denen sieht man an, dass sie schon eine große Wanderung hinter sich haben heute Morgen. Alle Achtung!
Zum Abschluss kaufe ich ein Pordoi Joch-Magnet und zwinge mich irgendwann ein bisschen widerwillig, wieder in die Gondel einzusteigen.
Die Talfahrt ist auch wieder sehr rasant. Ich trete quasi gefühlt mit Schallgeschwindigkeit wieder in die Erdatmosphäre ein.
Und bin plötzlich wieder auf der Erde. Mit wunderschönen Erinnerungen im Herzen.
Leute, geht auf Reisen, fahrt hinaus in die Welt!
Erobert euch eure eigenen kleinen und großen Glücksmomente!
Genießt! Lebt!
Es lohnt sich so sehr! Ich kann das gar nicht oft genug sagen!
Ich schaue kurz in die Souvenirläden und gehe dann zurück zu unseren Fahrzeugen und zu Tatti und Susi.
Der Parkplatz ist inzwischen komplett mit Autos zugeparkt. Gut, dass wir schon lange vor Beginn des Liftbetriebes da waren!
Die zwei begrüßen mich mit den Worten, dass ich was verpasst habe und erzählen von einem Typen, der irgendwie merkwürdig sein Auto geparkt und dann wieder umgeparkt hat, und dass das lustig war.
Ich höre nicht richtig zu, fühle mich noch wie die Königin der Berge. In meiner Welt gibt es keine einparkenden Autos. Ich denke eher, dass nicht ich, sondern die zwei etwas verpasst haben.
Wie weit entfernt voneinander kann man manchmal sein, selbst wenn man nebeneinander steht?
Ich setze feierlich meinen Magneten in die Dolomiten auf meiner Italien-Landkarte und wir besprechen, wie es weitergeht.
Mir reicht es mit den Pässen.
Wollt ihr weiter Pässe fahren? überlasse ich es aber den Fahrerinnen.
Jetzt kommt der niedrigste Pass. Campolongo oder so, sage ich.
Sie gucken sich an und überlegen.
Aber da ist fast nur Wald. Der letzte geht wieder zurück zum Stellplatz, ergänze ich.
Sie wollen sich auch lieber schon auf den Weg gen Süden und Richtung Venedig machen. Also brechen wir die Bella-Runde ab.
Heute Nacht werden wir auf halber Strecke südlich der Dolomiten übernachten, im Prosecco-Gebiet. Das finde ich spannend.
Dort habe ich auch schon einen Schlafplatz für eine Nacht reserviert. Ab Morgen haben wir dann für ein paar Tage einen Campingplatz an der Lagune Venedigs reserviert!! Ich freue mich schon so!
Ohhh, ich habe Schmetterlinge im Bauch beim Gedanken an Venedig!
Wir kehren also um und fahren die fotogenen Passo Pordoij-Kurven wieder runter.
Im Ort Canazei im Fassatal biegen wir links ab und ...
... sind - nanu? - wieder auf einem Pass?
Huch, was für ein Pass ist das denn?
Es ist der Passo Fedaia, ein eher unbekannter Pass. Den hatte ich nicht auf dem Zettel, aber es ist der richtige Weg, wenn wir nach Venedig wollen.
Der Passo Fedaio ist 2.057 m hoch und er ist kaum befahren. Anders als die Pässe der Sellarunde.
Und er ist ursprünglicher. Die fast leere Straße führt durch raue Landschaft vom Trentino in die Region Venetien.
Nach zwölf Kilometern blitzt es rechts neben der Straße türkis auf. Der Stausee Lago di Fedaia glänzt mit schöner eisig-klarer Ausstrahlung vor kargen Felsen. Fasziniert stoppen wir und steigen aus.
Leichter Wind weht und es ist still am See.
Wir befinden uns unmittelbar am Fuße der Marmelade, die sich am gegenüberliegenden Ufer aufbaut.
Hier gibt es viel Natur, kaum Tourismus, keinen Lift, nur den Stausee und einen kleinen Kiosk. Und eine kleine Pension.
Und ansonsten sind hier Felsen. Wer karge Mondlandschaften und Ruhe mag, ist hier sicher richtig.
Hinter der Passhöhe verwandelt der Fedaia-Pass sich plötzlich von einer türkisfarbenen Eiskönigin in eine Hobbitwelt mit grünen Hügeln.
Und wir gleiten in sanften Schwüngen hinunter Richtung Süden.
Auf einem der Hügel stehen kleine Almhütten, die vielleicht mal Kuh- oder Schafhirten dienten.
Die kleinen Hüten lassen mich an den Bergbauernjungen Bruno aus dem Buch Acht Berge von Paolo Cognetti denken. Gutes Buch.
Im nun kommenden Val Pettorina, das zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt, stehen Fichten, Lärchen und Kiefern dicht an dicht. Der Wald wirkt undurchdringbar. Es gibt viele Wanderwege und soll auch Hirsche, Gämsen, Steinböcke und Wölfe geben.
Die Häuser werden offener, etwas fröhlicher, müssen sich hier nicht mehr so vor Schneemassen und Kälte schützen wie im Hochgebirge. Auch die Farben werden langsam mediterraner und es gibt mehr Balkone.
Wir biegen rechts auf einen Wanderparkplatz ab. Es ist schon wieder Mittag und Zeit für einen Snack.
Aber ich bin einfach kein Waldmensch und fühle mich nicht wohl zwischen den hohen Bäumen. Sie engen mich ein. Und machen alles dunkel. Ich brauche Himmel. (Würdet ihr sagen, dass ich schwierig bin? Ne, oder?)
Ich sage zu Tatti, dass ich den Parkplatz doof finde. Sie dreht zum Glück und fährt zurück auf die Straße.
Nach kurzer Fahrzeit taucht der nächste See - der Lago di Alleghe - neben uns auf.
Die Straße verläuft direkt am Ufer entlang bis zum Ort Masaré. Bewaldete Hänge reichen bis an das Seeufer. Einige wenige Spaziergänger sind unterwegs.
Wir stoppen mitten im Ort und gehen zum Wasser hinunter. Der Ort ist einladend, süß, ruhig und wirkt nett auf Susi und mich. Irgendwie unbekümmert und untouristisch. Und ein bisschen mehr Farbe nach all dem Grau und Grün ist auch ganz nett.
Hier gibt´s einen Stellplatz, sage ich. Wollt ihr hier bleiben?
Wir könnten den Prosecco-Stellplatz ja absagen.
Ich sage das zwar, denke aber eigentlich, dass ich das sehr schade finden würde. Aber ich will nicht immer die Bestimmerin sein.
Fakt ist, dass Susi gerne bleiben würde. Tatti nicht. Tatti mag auch den Gardasee nicht. Seen mit Berghängen am Ufer findet sie doof.
Ihr ist das zu eng und es es sind ihr zu viele Menschen auf einem Haufen. Ich will aber, dass wir auch mal das machen, was Susi möchte. Sie äußert so selten Wünsche. Also sehe ich im Handy nach, wie der Stellplatz aussieht.
Er ist nur ein schnöder Parkplatz mit Bäumen drumherum. Für acht Euro. Mist. Und liegt nichtmal im Ort.
Der liegt außerhalb, da lang, sage ich und zeige zurück Richtung Fedaia Pass.
Liegt einen Kilometer außerhalb, ergänze ich.
Jetzt will Susi doch nicht.
Also steigen wir wieder ein und fahren weiter Richtung Proseccogebiet.
Schließlich werden die Berge kleiner und Venedig rückt näher!
Wir kommen über den Fluss Piave und dann ins Prosecco-Gebiet.
Dort befahren wir die sogenannte Prosecco-Straße. Echt witzig, dass es so etwas gibt. Sie führt uns durch Weinberge mit extrem steilen Hängen südlich von Valdobbiadene. Sie ist die älteste Weinstraße Italiens. Es wird hier ein hochwertiger Prosecco (der Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore) produziert.
Auf schmalen Straßen geht es durch Weinstöcke, an Weingütern vorbei und durch kleine Orte. An der Straße stehen kaum Werbeschilder. Die Höfe verstecken sich in den Weinfeldern. Hier steht der Weinanbau und nicht die Werbung für den Wein im Vordergrund.
Hier muss man schon sehr genau wissen, welches Weingut wo liegt, wenn man etwas kaufen will.
Ich hatte zuvor per Email beim kleinen Weingut La Casa Vecchia angefragt, ob wir kommen können. Dort gibt es Platz für ein paar Wohnmobile und eine wunderbare Terrasse mit Blick auf die Weinhänge.
Ich bekam eine Email zurück, dass wir willkommen sind.
Dummerweise habe ich nicht auf den Absender geachtet. Die Mail war nämlich gar nicht vom La Casa Vecchia.
Ich ahne es noch nicht, aber das wird lustig.
Mein auserwähltes kleines Weingut liegt unterhalb des Dorfes Follo mitten im Prosecco-Gebiet. Wir kommen auf einen kleinen Kiesplatz neben dem Gebäude und zwischen Weinstöcken. Vor uns liegt eine überdachte Terrasse mit Blick auf die Weinberge. Die Betreiber bieten laut Homepage auch Weinproben und Frühstück an.
Im kleinen Verkaufsraum ist alles dunkel. Alles wirkt sehr privat und die Tür des Verkaufsraums ist verschlossen. Es ist zwei Uhr, vielleicht haben sie Mittagspause.
Wir stehen in der prallen Sonne auf dem Platz und sind unsicher. Wir setzen uns erstmal in den Schatten auf die Bänke und warten.
Nach einer Weile kommt eine junge Frau und schließt die Ladentür auf.
Wir gehen hin um uns anzumelden. Sie sei nur eine Vertretung und könne nichts dazu sagen. Die Betreiber seien nicht da.
Ich sage ihr auf Englisch, dass ich eine Mail bekommen habe mit Reservierungsbestätigung.
Sie zuckt mit den Schultern und guckt uns entschuldigend an.
Merkwürdig! Warum weiß sie davon nichts? Hat sie uns überhaupt verstanden?
Wir wissen nicht so recht, ob wir bleiben können oder lieber wieder wegfahren sollten.
Ich suche die Email raus und lese nochmal, dass wir willkommen sind. Dann ist es ja gut.
Und die junge Frau hat ja auch nicht gesagt, dass wir wieder wegfahren sollen.
Wir kochen uns erstmal Kaffee. Susi dreht Zigaretten. Und wir genießen den schönen Ausblick.
Die Weinstraße heißt Strada del Prosecco e Vini dei Conegliano Valdobbiadene und es gibt sie seit 2003.
Es gibt in diesem Gebiet um die dreitausend - meist kleinere - Winzer, oft noch Familienbetriebe. Ich lese, dass das Herz der Menschen hier im Einklang mit der Natur schlägt. Klingt gut. Sieht man auch irgendwie. Man kann einer ausgearbeiteten Route durch die Weinberge folgen.
Die Hügelneigungen, der Boden und das Klima sind perfekt für den Anbau der Trauben. Die Weinhänge sind allerdings teilweise so steil, dass Vieles mit der Hand gemacht werden muss und sehr mühevoll ist, weswegen der Valdobbiadene Prosecco Superiore als "handgemacht" gilt. Und mit seinem Gütesiegel DOCG gehört er zur höchsten Qualitätsstufe.
Wir wollen nicht so typisch deutsch sein und uns ein bisschen lockerer geben. Auch wenn es sich merkwürdig anfühlt: Wir bleiben!
Ich hole mein Fahrrad vom Fahrradträger und steige auf, fahre durch das Weinfeld hinunter zur Straße.
Dort biege ich links ab und es geht nur noch bergauf. Ich bin auf der Suche nach einem ganz bestimmten kleinen Familienrestaurant im Ort Follo. Ich hatte so schöne Fotos von leckerem Essen und toller Aussicht gesehen. Ich muss kräftig in die Pedalen treten, um hoch in den Ort zu kommen.

Die Straße ist ausgestorben und keines der kleinen Restaurants hat einen Eingang, durch den ich gehen könnte. Es gibt auch nirgends einen Menschen, den ich fragen könnte.
Nur graue Wände.
Hm.
Das Dorf ist leer. Und dabei wollte ich nachher zu dritt essen gehen, hausgemachtes Essen essen und am Endes des Abends neue italienische Freunde haben, mit denen wir Prosecco trinken.
Ich steige wieder auf mein Fahrrad und fahre erstmal weiter hoch zum Weingut Colesel. Auch das hatte ich vorher rausgesucht.
Und auch hier ist im Innenhof des Weingutes keine Menschenseele.
Und es existiert auch kein Eingang für Kunden, nur privat anmutende Türen. Alles sieht sehr edel aus. Ich überlege, ob ich irgendwo klopfen soll oder einfach reingehen, recherchiere dann aber erstmal in meinem Handy.
Aha, man kann für fünfzehn oder zwanzig Euro Wine-Tasting machen, bekommt vier verschiedene Prosecco und eine Kleinigkeit zu essen. Ich stelle mir vor, wie wir drei da sitzen und den Spaß unseres Lebens haben.
Dafür müsste ich allerdings Susi und Tatti dazu überreden, zu Fuß zu mir den Berg hochzukommen und dann zwanzig Euro für Prosecco zu zahlen, obwohl sie den gar nicht mögen.
Das kann ich knicken.
Als ein LKW mit einem großen Tank auf den Hof gefahren kommt, wird es laut und eng und ich verlasse den Hof wieder.
Als nächstes will ich die L´Osteria Senz´Oste suchen. Das ist ein Bauernhaus im Weinberg. Dort nimmt man sich selber, was man essen möchte und geht zur Registrierkasse und macht alles alleine. Klingt perfekt!
Es soll dort oben im Weinberg Wurst, Käse, Brot, Grissini, hartgekochte Eier, eingelegtes Gemüse, Kaffee und Orangensaft geben. Und man soll sich auch noch Wein dazu zapfen können. Sehr cool!
Dann nimmt man sein Essen mit auf einen Panoramaweg über den Weinberg. Und am Wegesrand sind dann die Sitzgelegenheiten. Das mache ich! Ich werde oben auf einer Bank Käse essen und Wein trinken!
Und Susi und Tatti werde ich was zu essen mit runterbringen.
Google Maps navigiert mich erstmal auf die Via Menegazzi und aus dem Ort raus und rein in den Weinhang.
In der Ferne entdecke ich weit unten und zwischen all dem Grün unser kleinen Weingut mit unseren Wohnmobilen.
Ich fahre und fahre und fahre und es taucht nirgends die Auffahrt zur L´Osteria Senz´Oste auf. Irgendwann merke ich, dass ich schon viel zu weit bin.
Ich fahre zurück und entscheide mich für einen Sandweg durch die Weinstöcke, der der schnellste Weg zu Fuß sein soll. Okay, ich kann ja mein Fahrrad schieben.
Der Weg geht aber so steil bergauf, dass es unmöglich ist, das Fahrrad dort hochzukriegen. Das mit den Höhenunterschied vergesse ich immer. Bei uns gibt es ja keine Berge.
Hoffentlich hat mich keiner gesehen, wie ich mein Fahrrad da gerade den extrem steilen Hang hochschieben wollte zwischen den Weinstöcken!! Todespeinlich!
Was mach ich denn jetzt?
Ich werde erstmal wieder zurück nach Santo Stefano radeln. Ich finde schon noch die richtige Straße.
Im Ort entdecke ich einen Kirchturm. Da fahre ich erstmal hin.
Alle Straßen, die ich nehme, führen bergauf. Je höher ich komme, umso schöner wird der Blick hinunter auf die verstreut in den Weinbergen liegenden Höfe.
Mein eigentliches Ziel ist mir längst aus dem Sinn. Viel zu reizvoll ist es, immer höher zu fahren. Mit Ebike ist das auch total leicht.
Die Bewohner des Hauses neben dem Kirchturm haben ihren Balkon rosa geschmückt. Da wurde doch bestimmt ein Mädchen geboren!
Ich denke an meine Tochter, die ihr drittes Kind erwartet und mir wird warm ums Herz. Vielleicht wird es ja auch ein Mädchen. (Spoiler: Ja, wird es.)
Ich sehe mich im Ort um und habe dann doch keine Lust mehr nach der Osteria zu suchen und dort alleine (und bei dem Tag heute ganz sicher auch voller Melancholie) in den Weinbergen zu sitzen und auf Käse rumzukauen.
Zurück geht es lange steil bergab. Ich muss durchgehend bremsen und habe die ganze Zeit Sorge, dass meine Bremsen zu heiß werden.
Neben einer Einfahrt entdecke ich ein Schild, auf dem Weinshop steht. Es ist die Weinkellerei Bisol. Wenigstens eine Flasche Prosecco mitnehmen, denke ich, mache eine Vollbremsung, biege scharf links ab und finde mich mit meinem Fahrrad in einer Staubwolke auf einer eleganten Kiesauffahrt wieder. Meine Räder knirschen laut. Zu laut für hier, finde ich.
Es ist, als fahre ich durch den privaten Garten reicher Leute.
Vor einem kleinen Verkaufsraum neben einer noblen Scheune steige ich vom Rad, lehne es gegen eine Wand und gehe auf den Eingang zu. Hinter einer blank polierten Glasfront sitzen elegant gekleidete Leute an einem langen Tisch. Eine junge Frau schenkt ihnen Wein ein.
Als ich nah am Eingang bin, sehe ich mein Spiegelbild plötzlich in der großen Scheibe und erschrecke. Ich sehe ja aus wie ein Troll! Die Haare stehen ab, ich habe ein olivgrünes T-Shirt mit Dolomitenaufdruck an, Gesicht, Arme und Beine sind voller Staub und meine Sandalen auch.
Alle Blicke richten sich jetzt auf den Troll und die Welt bleibt stehen. Versteinert starre ich zu den Leuten. Die Wein einschenkende Frau aus der anderen Galaxie lächelt und nickt mir zu.
Ich muss weg!
Ich nicke zurück, drehe mich weg und steige ohne mich nochmal umzusehen wieder auf mein Rad.
Ich möchte mal wissen, wann genau in meinem Leben ich falsch abgebogen und im Land der Trolle gelandet bin.
Als ich Susi und Tatti da sitzen sehe, bin ich froh, dass ich wieder zurück in meiner Welt bin, und setze mich dazu.
Nach einer Weile kommt ein älterer Herr - offensichtlich der Seniorchef - über den Rasen und fragt uns etwas auf Englisch. Er wirkt vorsichtig und nett, aber mit äußerst skeptischem Blick. Er will scheinbar wissen, was wir hier machen.
Ich sage, dass ich das per Mail mit der Besitzerin abgestimmt habe.
Ich nehme Google Übersetzer hinzu und sage es nochmal. Er grinst. Dann hakt er nach.
Email? fragt er. Irgendwas ist komisch.
Ich wiederhole, dass wir eine Bestätigung bekommen haben, halte ihm mein Handy mit der Mail hin.
Der nette Herr guckt gar nicht hin und grinst weiter. Er scheint nicht zu verstehen, was ich meine, redet auf italienisch weiter, sagt, dass die Betreiber im Urlaub seien. Ich sage wieder, dass ich aber doch eine Bestätigung habe. Mit Google Übersetzer dauert alles ein bisschen länger.
Der großgewachsene Mann sieht irgendwie ratlos aus und lässt nicht locker. Was will er nur? Er sagt nochmal, dass Patrizia im Urlaub sei. Ja, und? Ich habe doch die Bestätigung. Was genau versteht er daran nicht?
Dann gibt er auf und setzt sich zu uns. Er sieht mein T-Shirt, schwärmt erst von den Dolomiten, dann von seiner Familie und schließlich von sich selber. Er erzählt, dass er italienischer Meister im Rollschuhlauf gewesen sei. Und wieder redet er von Patrizia.
Moment mal. Patrizia? Die aus meiner Mail hieß doch anders. Ich checke nebenbei unauffällig meine Email. Unter dem Text steht tatsächlich ein ganz anderer Name. Ohhh. Shit! Dann fällt es mir wieder ein!
Ich werde still und gucke Susi hilfesuchend an und dann wieder in meine Mail.
Es war nur eine Willkommensmail vom Fremdenverkehrsbüro von Valdobbiadene!! Denen hatte ich ja auch geschrieben! Das hatte ich ganz vergessen! Wir haben also gar keine Bestätigung für den Platz hier!!!
Mir wird heiß und ich sehe Susi und Tatti verzweifelt an. Die zwei verstehen sich derweil prächtig mit dem Seniorchef, reden lachen sich an und sind nett zueinander.
Ich lasse es laufen.
Als er weg ist, gestehe ich.
Susi und Tatti gucken mich mit großen Augen an und sagen erst nichts.
Und dann beginnen sie laut zu lachen und hören nicht mehr auf. Ich muss mitlachen. Wir beschließen, jetzt trotzdem zu bleiben, da der Seniorchef ja scheinbar kein Problem mit uns hat.
Und mein Irrtum bietet den ganzen Abend Stoff zum Lachen. Wie skurril das ist, dass wir hier einfach übernachten und uns auf deren Terrasse niederlassen!
Dann fängt Susi an, Sätze wie Unsere Reiseleitung hat die ganze Situation verbockt. Sorry Digga! ins Handy zu sprechen und spielt es dann auf Italienisch ab. Dazu bewegt sie ihre Lippen und gestikuliert wie Luigi. Und ich mache mir fast in die Hose vor Lachen!
Wir tragen ein paar Dinge, die wir in unseren Kühlschränken noch zu essen finden, zusammen und genießen den Abend als Eindringlinge auf unserer erschlichenen Terrasse. Es fühlt sich an wie früher als wir nachts heimlich über den Zaun beim Schwimmbad gestiegen sind.
Im Proseccogebiet läuft nichts so, ist wie ich es mir ausgemalt habe. Dennoch ist es ein toller Aufenthalt! Oder vielleicht gerade deswegen.
Nach dem Essen parkt Susi ihren Bulli etwas dichter an unserem Wohnmobil und wir bauen aus Tüchern eine Duschkabine zwischen den Fahrzeugen.
Als abends die Lichter in den Häusern an den Hängen angehen, sind wir alle frisch geduscht und es wird romantisch bei uns auf der Terrasse.
Hach, war der Tag voller Emotionen und Abenteuer!
Schlafplatz 🙈 an der Proseccostraße:
