Wir schlendern bei 21 Grad zum Strand und werfen - barfuß im knietiefen Wasser stehend - Stöckchen für Hannes.
Das Licht hier draußen ist zum Staunen schön.
Ich habe vorhin auf einem Gezeitenkalender, den wir noch aus Sankt Peter Ording im Handschuhfach haben, gesehen, dass jetzt Niedrigwasser sein müsste. Ich will nämlich hinaus ins auf´s Watt.
Komischerweise ist aber überall Wasser.
Ich frage mich, ob der Gezeitenkalender von Sankt Peter Ording hier überhaupt auch gilt und bin mehr als verwirrt. Wie kann das angehen? Habe ich mich verguckt? Oder kann es sein, dass die Gezeitenkalender unterschiedlich sind? Sankt Peter Ording ist doch gar nicht so weit weg von hier. Ich verstehe das nicht. Ist doch alles dieselbe Nordsee. Hm. Ich kann dummerweise Niemanden fragen, weil es todespeinlich wäre.
Am Ende ist es im kniehohen Nordseewasser auch sehr schön! Vor allem sind wir recht allein hier, da die Reha-Klinik ja noch immer coronabedingt geschlossen ist und verwaist hinter den Bäumen schlummert.
Den Hasen gehört weiterhin der Park um die Geister-Klinik.
Und uns gehört der Strand!
Zurück auf dem Stellplatz geht alles seinen Gang.
Geschirrspülen wegen Corona im Wohnmobil.
Zum Duschen Timeslot buchen. Uns gehört alle 2 Tage von 18 bis 20 Uhr ein komplettes Badezimmer.
Ich finde das klasse! Die Sörensens bewältigen die Corona-Herausforderung richtig gut und machen nach jedem Gast die Bäder picobello wieder sauber.
Wir schlurfen also am späten Nachmittag mit unseren Handtüchern und Duschbeuteln zu den frisch desinfizierten Duschen, während Hannes durch das Fenster mit der Hunde-Nachbarin flirtet.
Dänemark ist inzwischen kein Thema mehr in meinem Kopf und es fühlt sich gut an, einfach hier zu bleiben, keine neuen Spots suchen zu müssen, alles zu kennen, wissen, wo wir schlafen, einkaufen und duschen, wo der Strand schön ist und das Eis lecker, wo der beste Kuchen ist und welche Radroute Spaß macht.
Und ich freue mich auf das Museum Kunst der Westküste.
