Der Berg ruft, genauer gesagt das steil aufsteigende Karstgebirge des
Biokovo Nationalparks.
Das Wohnmobil parken wir auf einem kleinen Sandplatz am Fuße des Gebirges
beim Haupteingang. Autos dürfen zwar hoch zu den Aussichtspunkten fahren, Wohnmobile aber nicht.
Also Helm auf, Ärmel hochkrempeln und Attacke!
Beim Radeln behalte ich die noch verbleibende Akkuleistung argwöhnisch im Blick.
Tatti steht total auf Skywalks. Und in 1.228 Metern Höhe gibt es seit zwei Jahren einen spektakulären halbrunden Skywalk mit Glasboden. Schaffen unsere Beine und die Akkus es bis dahin?
Punt Widokovy - Kleiner Platz an einer Haarnadelkurve auf dem Weg zum Skywalk Biokovo
Beim Aussichtspunkt Staza in 897 Metern Höhe steht eine Art Polizeiauto
im Weg.
No Skywalk! No no! sagt ein Uniformierter mit
Spiegelsonnenbrille durch die geöffnete Autoscheibe zu uns.
Mist, verflixter, der Ravna-Vlavia-Pass, der zum Skywalk führt, ist wegen Bauarbeiten gesperrt!
Hm. Und nun?
Radtour durchs Biokovo Gebirge mit Ziegenherde am Wegesrand
Wir schauen uns beim Restaurant um, erfreuen uns an einem auch schon ganz
beachtlichen Panorama und lassen uns wieder bergab rollen.
Wir machen Pausen zum Genießen des Panoramas und zum Abkühlen
unserer Bremsen.
Glücklich und verschwitzt kommen wir unten an und entscheiden uns spontan
für die nächste Insel.
Permanent bergab - das geht auf die Bremsbeläge!
In Drvenik am Hafen freuen wir uns wie Bolle, dass die Fähre gerade da ist und scheinbar keinerlei Andrang.
Meinst du, die Autos da warten auch auf die Fähre? fragt Tatti.
Ne, das ist einfach nur eine Straße, tippe ich.
Wir nicken dem Kontrolleur freundlich zu und wollen gerade auf die Rampe, als er übertrieben genervt und kopfschüttelnd dazwischenfährt und uns arrogant abwimmelt.
Boah, wie fies! Der Typ hat nur darauf gewartet, dass wir falsch fahren, empöre ich mich.
Jetzt wird uns auch bewusst, dass die Autos im Stau alle auf die Fähre wollen. Es ist also doch kein normaler Straßenverkehr.
Wir müssen nämlich an der offenen Fähre vorbei und am Stau entlang ans Ende des Staus fahren.
Und der Stau ist sehr lang. Während wir warten, spekulieren wir, wieviele Autos draufpassen.
Als die Beladung beginnt, nähern wir uns Meter für Meter und es bleibt spannend.
Blick vom Bett aus beim Warten im Hafen - könnte ach ein Gemälde an der Wand sein
Kurz bevor wir an der Reihe sind, stoppt unser Freund die Beladung.
Na toll!
Wir stehen noch zwei Stunden in der Hitze. Dafür aber ganz weit vorne und direkt bei einem kleinen Café.
Wir setzen uns mit einem Buch und einem Kaffee in den Schatten des Cafés. Wenn man sich gar nicht bewegt, schwitzt man auch nicht mehr ganz so extrem.
Mein Buch bleibt zu, denn es gibt viel zu viel zu gucken.
Wir beobachten, dass es noch vielen weiteren Autofahrern so geht wie uns.
Sie sehen die offene Fähre, freuen sich, der fiese Typ beobachten und wartet bis sie drauffahren wollen, regt sich dann auf,
Anstatt mal vorher eindeutige Handzeichen zu geben. Auf eine nette Art. Es macht ihm Spaß, seinen Frust auszulassen.
Am Hafen und auch auf der Fähre kommen quatschen wir mit einem Kastenwagen-Paar aus Deutschland und tauschen Lieblingscampingplätze und Herzensorte aus.
Fähre zur Insel Hvar im Hafen von Drvenik
Kleiner Leuchtturm von Hvar mit dem Biokovo-Gebirge im Hintergrund - was für eine beindruckende Begrüßung!
Wir
fahren auf die Insel und biegen gleich ab zu einem einsam im Grün der Insel liegenden Campingplatz.
Er
ist noch sehr leer und liegt wunderschön idyllisch an einer Bucht. Alles sehr einfach, aber für uns prima.
Im
Restaurant mit Seeterrasse finden wir den Betreiber.
Geheimtipp auf der Insel Hvar: Kamp Mlaska
Wir können uns irgendwo hinstellen, bei der Abreise bezahlen und abends
etwas Gegrilltes bei ihm essen kommen.
Ruck-zuck richten wir unser Plätzchen direkt am Wasser ein und pumpen das
SUP-Board auf.
Ich stehe auf dem Brett, schaukle friedlich durch die Bucht und freue
mich, dass nichts muss.
Gerade noch in den Bergen und jetzt schon im karibischen Paradies!
Kroatien ist so vielseitig. Das macht Spaß.
Abends kochen wir doch selber und fühlen uns wie herausgebeamt aus
unserem alten Leben.
Karibikfeeling in Kroatien - der Camping Mlaska auf Hvar:
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